Kleine Hunde ganz groß, Teil 2: So ein Zirkus!

Hallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen! Bei einem sind wir uns doch hoffentlich einig: Menschenkinder sind gruslig. Zugegeben, nicht unbedingt alle. Kleine Kinder in diesen Kinderwägen sind ganz in Ordnung, solange sie Kekse dabei haben. Frei laufen sollten sie aber nicht, denn wenn die so angewackelt kommen, weiß Hund doch nie, was das wird! Und jetzt stellt euch mal vor, mit welchem Beruf unser Menschenweibchen das Geld für unsere Kekse verdient: Sie ist Lehrerin. 

Letztes Jahr um diese Zeit kam sie dann auf die Idee uns mitzunehmen. Die Kinder da in der Schule waren zwar schon größer, aber es waren doch sehr viele. Sie waren aber alle recht brav, muss ich gestehen, denn an unsere Decke kam keiner ran. Und als wir dann mal nachschauen gehen wollten, waren auch alle ganz vorsichtig.

Unsere Anwesenheit hatte anscheinend einen Grund: Wir sollten die Raubtiernummer in einem Zirkus werden! Das klang schon sehr spannend. Offenbar sollten die Kinder da etwas aufführen und wir waren die Tiere. Meine Schwester Lilly fand selbstverständlich sofort heraus, dass manche von diesen Kindern Kekse hatten. Kekse! Ich persönlich war da noch etwas vorsichtiger, man weiß ja nie. Während meine Schwester schon vollkommen kopflos einfach irgendwelchen Keksen hinterherlief, behielt ich doch noch unseren Menschen im Blick. Aber letztlich fasste ich mir doch ein Herz und machte mit. Schließlich sollte ja meine Schwester nicht die ganzen guten Kekse alleine essen!

Beim ersten Treffen gab es eine Art Casting. Das war lustig! Eine ganze Menge Menschenmädchen wollten mit uns Tricks machen. Das war natürlich Klasse, denn Tricks liebe ich! Mit oder ohne Keks, aber mit ist schöner. Selbstverständlich können wir allerhand, zum Beispiel durch die Beine laufen im Slalom oder Achter, springen in allen Varianten, Pfötchen geben und noch viel mehr. Beim Casting ging es eher darum, welches Kind was kann. Manche hatten wirklich ein bisschen Schwierigkeiten mit den einfachsten Handzeichen! Am Ende war dann für jeden etwas gefunden und unser Mensch machte sich an die Choreographie.

Zum Proben hatten wir dann nur drei Treffen insgesamt. Meiner Schwester und mir war sofort klar, dass wir einfach immer mit dem Mädchen mit dem Keks mitlaufen sollten. Für jede von uns waren da vier Kinder, und mit jedem mussten wir etwas anderes machen, und das auch noch zur Musik! Ihr könnt euch vorstellen, wie das endete: im völligen Chaos. An uns lag das aber nicht, also mussten die Mädchen erst einmal ohne uns proben. Das war lustig anzusehen! Aber allmählich konnte man einen Fortschritt feststellen und am Ende durften wir dann auch mitmachen. Der Tag der Vorstellung rückte näher.

Am Nachmittag der Generalprobe lief alles gut, bis dann eines der Mädchen einen der Plastikreifen, durch die wir hüpfen sollten, fallen ließ. Meine Schwester erschreckte sich so, dass sie gar nichts mehr machen wollte. Da ist sie halt sensibel. Aber es half nichts, abends war die Vorstellung. Unser Mensch war furchtbar nervös, die Mädchen wurden herausgeputzt, und wir wurden mit Glitzerzeug eingestäubt. Das war sehr komisch, denn man sah letztlich nicht so viel davon, aber alles war voll Glitzerzeug. Auch das Auto und unsere Bettchen daheim. Die Nummern vor uns liefen wohl toll, und wir hatten auch großen Spaß hinter der Bühne. Denn da wir keine Leinen anhatten, war es gar nicht so leicht, uns vom Erkunden der ganzen Sportgeräte, die da gestapelt waren, abzuhalten. Alles war so spannend! Und dann wurden unsere Sachen aufgestellt. Die Mädchen schnappten sich die Reifen, unser Mensch platzierte sich am Rand und unser Lied begann. Die erste Runde mussten wir durch die Beine der Mädchen laufen. Das ging super. Dann kamen die Reifen. Ich hatte kein Problem, aber Lilly hatte etwas Angst, sodass unser Mensch helfen musste. Danach lief es aber wieder toll weiter, und die restlichen Tricks konnten die Mädchen ganz allein mit uns. Die Menschen applaudierten und fanden uns ganz furchtbar süß.

Den restlichen Abend mussten wir noch ein bisschen warten. Das war aber nicht schlimm, weil wir immer mal wieder eine gebrannte Mandel oder Ähnliches auftrieben. Lecker! Unser Mensch war so stolz, wir bekamen nicht einmal geschimpft. Zuhause fielen wir dann mehr als zufrieden in unsere Betten, wurden noch massiert und träumten von unserem Auftritt. Jetzt waren wir Stars! Das hätte wirklich vor vier Jahren noch keiner geglaubt, am allerwenigsten wir selbst.

Ein sehr glückliches Nuff an euch alle!

Lunka und Lilly

3 Kommentare

  1. fankerl und gundl wollen mehr hundegeschichten von mir über lilly und lunka vorgelesen bekommen

  2. Lunka und Lilly

    26. Oktober 2012 at 12:22

    Machen wir! Dürfen wir auch von euch Dackelkindern erzählen? 🙂

  3. Die zwei sind aber süB und sehr klug 🙂

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