Hallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen! Bisher habe ich euch ja immer nur von meiner Schwester Lilly und unserem Menschenweibchen erzählt. Seit einiger Zeit haben wir aber auch so etwas wie einen Bruder: Oskar.

Oskar ist ein Nachbarshund, der auch an der Kette war, so wie wir. Der Unterschied ist, wir sind klein und bei uns war es ein Jahr, und Oskar ist riesengroß und bei ihm waren es viele Jahre.

Oskar zog bei uns in die Nachbarschaft ein, weil er sich am Auge verletzt hatte und sich da, wo er herkam, keiner dafür interessiert hatte. Dann holte ihn die nette Tante Inge, er musste ein paarmal zum Tierarzt, aber jetzt geht es ihm blendend. Also, dass wir uns nicht falsch verstehen: Für mich sind große Hunde noch viel gefährlicher als kleine Kinder! Aber bei Oskar kann man mal eine Ausnahme machen. Natürlich machen wir ihm von Anfang an immer wieder eine Ansage, sodass er dann ganz verdutzt zu seinem Menschenweibchen läuft. Unser eigener Mensch schimpft uns dann zwar immer, aber sicher ist sicher.

Obwohl wir ihn manchmal so ankeifen, sind wir aber doch ganz froh, wenn Oskar mit uns Gassi geht. Denn auf unserer Gassistrecke gibt es durchaus ein paar Hunde, die uns nicht ganz koscher sind. Zum Beispiel waren da mal welche, die nicht viel größer waren als wir, aber ihr Menschenweibchen passte nicht gut auf, und bevor wir überhaupt wussten, was los war, hetzten die meine Schwester Lilly einfach quer über die Wiese. Die quiekte so, dass ich gleich ins Gebüsch krabbeln musste vor Schreck. Unser Mensch konnte ausnahmsweise auch nicht viel machen. An der Stelle wollte meine Schwester dann überhaupt nicht mehr vorbeigehen. Nur mit den Nachbarsdackeln, die weder Tod noch Teufel fürchten.

Aber dann war die Tante Inge im Urlaub, ohne Oskar und ohne ihr Menschenmännchen. Und da das Menschenmännchen nicht mit Oskar Gassi gehen mag (Ich glaube, es ist schon etwas älter.), kam Oskar eben mit uns mit. Anfangs fanden wir das nicht so lustig, aber dann gab’s immer wieder für alle Kekse vom Zookies, und dann ging’s schon. Plötzlich passierte es aber: In der Ferne sahen wir die drei Hunde, die uns auf der Wiese den ganz schlimmen Schreck eingejagt hatten. Lilly wurde es schon ganz anders, und ich muss gestehen, mein Herz rutschte mir auch eher so in Richtung Schwänzchen. Aber wir hatten ja Oskar dabei! Der merkte natürlich gar nichts, denn – unter uns – Oskar würde nie irgendjemandem etwas tun. Das wussten die drei ja nicht, und so postierten wir uns etwas abseits vom Weg. Oskar vorne und wir zwei dahinter. Unser Mensch musste lachen und warf uns vor, wir würden den armen, unschuldigen Oskar für unsere Zwecke missbrauchen. Die hat leicht lachen… Da kamen sie dann angetrottet, unsere Erzfeinde. Oskar musste nur schauen, und die trauten sich nicht an uns heran. Wir freuten uns so sehr, dass wir fast hinterherkeiften, aber davon riet uns unser Mensch dann doch eher ab.

Seitdem sind wir gar nicht mal so unglücklich, wenn wir den großen, dicken Oskar mitnehmen. Er nimmt es uns ja auch nicht übel, wenn wir ihn ankeifen. Dafür haben wir jetzt einen großen Bruder.

Ein sehr dankbares Nuff an euch alle!

Lunka und Lilly