Pressebild_ESCCAP_10_2015-©-istock.com_WTolenaars.jpg

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Immer wieder hört man, Katzen seien für schwangere Frauen eine Gefahr. Der Hintergrund ist eine Erkrankung, die von Katzen auf Menschen übertragen werden kann: die Toxoplasmose.

Steckt sich eine Frau während einer Schwangerschaft das erste Mal mit diesem Erreger an, kann dies beim ungeborenen Kind zu Fehlbildungen oder Behinderungen führen. Einer Familiengründung mit Katze steht aber dennoch nur selten etwas im Wege.

Wichtig ist, folgendes zu wissen:

  • Für schwangere Frauen, die bereits zuvor mit dem Toxoplasma-Erreger Kontakt hatten und die einen positiven Antikörpertiter haben, besteht kein Risiko.
  • Katzen, bei denen in Kotproben (vier Untersuchungen im wöchentlichen Abstand) keine Toxoplasmen (es werden so genannte Oozysten ausgeschieden) gefunden werden und die Toxoplasma-Antikörper im Blut aufweisen, scheiden sehr wahrscheinlich auch zukünftig keine Oozysten aus.
  • Von im Haus gehaltenen und mit Fertignahrung gefütterten Katzen geht grundsätzlich ein sehr geringes Risiko aus, da die Katzen sich entweder durch Aufnahme von den in der Umwelt sehr langlebigen Oozysten oder durch im (rohen) Fleisch von anderen Tieren vorhandenen, infektösen Toxoplasma-Stadien anstecken.
  • Toxoplasma-Oozysten sind erst nach 2-5 Tagen nach Kotabsatz ansteckend. Wird der Kot vorher/täglich von einer anderen Person vollständig aus der Katzentoilette entfernt und diese gereinigt, ist eine Ansteckung nicht möglich.
  • In Deutschland scheiden weniger als 1 % aller Katzen überhaupt Toxoplasma-Eier (Oozysten) aus.
  • Gartenarbeiten sowie Umgang mit rohem Fleisch stellen ein vergleichsweise höheres Toxoplasma-Infketionsrisiko dar

Das Zusammenleben mit einer Katze ist also nur dann problematisch, wenn eine Frau keine Toxoplasma-Antikörper hat, das Tier freien Auslauf genießt und/oder mit rohem Fleisch ernährt wird und die Schwangere mit mehrere Tage altem Kot des Tieres in Kontakt kommt und dadurch aus Versehen Oozysten aufnimmt.

Mehr Informationen zur Toxoplasmose hat die parasitologische Expertenorganisation ESCCAP auf ihrer Internetseite zusammengestellt, z. B. welche Untersuchungen während der Familienplanung empfohlen sind und wie sich Schwangere, unabhängig von einer Katzenhaltung, im Alltag vor einer Ansteckung mit Toxoplasmose schützen können. www.esccap.de