Zwei Katzen

Katzen sind grundsätzlich keine Einzelgänger. Wenn Katzen von Anfang an zu zweit gehalten werden entwickelt sich in den meisten Fällen eine lebenslange Freundschaft zwischen den Stubentigern. Die Katzen können, wenn der Mensch mit menschlichen Dingen, wie Arbeiten beschäftigt ist, zusammen spielen und kuscheln. So kann keine Langeweile aufkommen und die Wohnungseinrichtung leidet nicht unter einer gelangweilten Katze…

Jedoch ist nicht jede Katze für ein Zusammenleben mit einer anderen Katze geeignet. Wenn ihre Katze seit Jahren alleine lebt kann sie das Alleinesein genießen und keine zweite Katze im Haushalt dulden. Wenn sie sich nur eine Katze anschaffen möchten werden sie sicher im Tierheim oder bei diversen Tierschutzverbänden fündig, die oft händeringend einen Platz für eine Katze suchen, die alleine gehalten werden möchte.

Wenn sie sich zwei Katzen anschaffen möchten finden sie im Tierheim oder bei Tierschutzverbänden ein zweier Team, dass sich gut versteht und nur zusammen abgegeben werden kann. Diese Kombination ist ideal, die Katzen mögen und verstehen sich und werden sich zusammen sicher sehr schnell einleben.

Zwei Katzen sind natürlich teurer, als eine Katze alleine. Aber für die Katzen ist es ein schöneres und ausgeglicheneres Leben mit einem Sozialpartner.

Natürlich können sie aber auch zwei Wurfgeschwister aufnehmen, die sich gut verstehen. Denken sie jedoch bei einem Pärchen rechtzeitig daran,  einen Kastrationstermin bei ihrem Tierarzt auszumachen (ca. 1/2 Jahr alt, lassen sie die Tiere von ihrem Tierarzt untersuchen, er nennt ihnen dann einen genauen Termin).

Bei der Aufnahme einer zweiten Katze können sie z.B. mit Tierschutzverbänden/Tierheim vereinbaren, dass bei Nichtverstehen der beiden Katzen der Neuzugang zurückgegeben werden kann.

Oft ist es hilfreich, wenn die beiden Katzen einen ähnlichen Charakter haben. Dazu muss ich aber sagen, dass unsere Kater unterschiedlicher nicht sein könnten und sich trotzdem sehr gut verstehen. Bill Bo ist ein riesen grosser Angsthase, der in der ersten Zeit seines Freigängerlebens sogar Angst vor Vögeln hatte. Baghira dagegen, der Kater, der auf der Bundesstrasse ausgesetzt wurde, bevor er zu uns kam, hat vor nichts Angst. Als wir nach dem Umzug ein Brett an die Wand schrauben wollten, setzte er sich trotz laufendem Akkubohrschrauber auf das Brett!

Geschlechterspezifisch gibt es verschiedene Meinungen. Meine Erfahrung aus der Tierarztpraxis und vom Tiersitting zeigen, dass Kater gut mit anderen Katern und Kätzinnen auskommen. Am einfachsten wird immer ein Jungtier aufgenommen. Kätzinnen akzeptieren einen kleinen Kater gut, bei einem Mädchen reagieren viele Katzendamen zickig… Ausnahmen bestätigen die Regel!

Am einfachsten ist es, wenn sie zur Eingewöhnung bzw. Aneinandergewöhnung der Katzen Urlaub haben. Dann haben sie Zeit und müssen mit der Eingewöhnung nichts überstürzen.

Beide Katzen sollten einen eigenen Futternapf haben und es gilt die Faustregel eine Katzentoilette pro Katze plus 1. Das Ganze auf jeder Ebene der Wohnung. Hilfreich ist es, wenn genügend Versteckmöglichkeit und Ausweichplätze für den Anfang vorhanden sind.

Bevor die “neue” Katze in ihr Zuhause kommt, können sie ausprobieren, ob ihre Katze Baldrianwurzeltee aus der Apotheke mag. Falls ja, können sie diesen ausstreuen, wenn die Katzen das erste Mal aufeinander treffen. Gemeinsam gefressener Baldrianwurzeltee war schon so mancher Beginn einer langen Freundschaft!

Wenn die “neue” Katze bei ihnen ankommt, können sie sie zuerst in einem vorbereiteten Zimmer freilassen (Katzentoilette, Wasser und Futter weit davon entfernt). Zeigen sie ihr alles und lassen sie sie dann in Ruhe. Am nächsten Tag können sie dann die Gerüche (Decken usw.) austauschen, oder die Katzen werden vertauscht (“alte” Katze in Zimmer, “neue” Katze den Rest der Wohnung). Dieses Prozedere hat den Vorteil, dass sich die “neue” Katze in aller Ruhe umschauen kann und ihre “alte” Katze gewöhnt sich an den Geruch der neuen Katze. Evtl. können sie auch die “neue” Katze mit einer Schmusedecke der “alten” Katze einreiben.

Das erste Zusammentreffen sollte in ihrem Beisein stattfinden. Wenn sie sich sehr unsicher sind, mit einem Trenngitter, dass z.B. zwischen den Türrahmen geklemmt wird. Probieren sie den Baldrianwurzeltee aus!

Kleine Rangeleien sollten sie zulassen und nicht eingreifen. Dazwischen gehen sollten sie aber, wenn sich ein ernster Kampf entwickelt (starres Herumlaufen und Kampfgesang sind Anzeichen dafür).

Vergessen sie bei der ganzen Aufregung um die “neue” Katze nicht an ihre “alte” Katze zu denken.

Viel Spass mit ihren zwei Stubentigern!

 

1 Kommentar

  1. Hallo,

    dem können wir nur ganz und gar zustimmen.

    Leider wussten wir es am Anfang auch nicht besser und haben unsere erste Katze über ein Jahr lang einzeln gehalten. Es war zwar immer jemand da, aber eine andere Katze kann man nicht ersetzten.

    Man sollte nie vergessen, dass sich Lebensumstände andern und so auch bei uns. Als auch das letzte der Kinder ausgeflogen ist. War die Katze den ganzen Tag alleine und man merkte, dass Sie immer eigener wurde.

    Wir haben es aber noch geschafft Sie zu vergesellschaften und Sie ist wieder merklich aufgetaut.

    MfG

    FamWilberg

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