BARFDie Abkürzung BARF steht für Born Again Raw Feeders/ Bones And Raw Foods oder auch Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Allgemein kann man sagen, dass BARF einfach die Rohfütterung bedeutet und damit, dass das Futter aus frischen Zutaten vom Hundebesitzer selber zusammengestellt und roh verfüttert wird. Man versucht die Ernährung eines wilden Kaniden nachzuahmen.

Wenn man den Wolf als Beispiel nimmt, dann frisst dieser hauptsächlich Großwild. Vom Beutetier wird alles gefressen bis auf die großen Knochen. Zusätzlich frisst der Wolf auch Obst, Beeren, Gräser, Wurzeln, Insekten und Kot von Pflanzenfressern.

Viele Fertigfutter basieren auf Getreidebasis (die Kosten sind für den Hersteller niedrig), wenn man sich aber den Verdauungsapperat eines Hundes anschaut, sieht man deutlich (hoher Anteil von Salzsäure in der Magensäure, kurzer Darm, großer Magen) das der Hund ein Fleischfresser ist.

Ich möchte hier keinen Feldzug gegen Fertigfutter straten, es gibt sehr gute Fertigfutter, die nicht auf Getreidebasis basieren und sich gut zur Fütterung eignen. Da ich aber auch bei meiner Ernährung darauf achte Fertiglebensmittel zu meiden und versuche “selber” zu kochen, möchte ich auch bei der Ernährung meiner Hunde wissen, was sie zu fressen bekommen. Ronja und Remy werden seit 1,5 Jahren gebarft.

Natürlich habe ich das Glück mit zwei Labbis, dass die Beiden alles fressen, egal welches Gemüse oder welche Innerei in den Napf kommt. Wenn man einen schlechten Esser sein eigen nennt, kann man mit ein paar Tricks versuchen unliebsame Bestandteile unterzumischen. Eine Möglichkeit ist Gemüse mit gewolftem Fleisch, Hackfleisch, Thunfisch oder Blut zu vermischen. Innereien, die abgelehnt werden kann man evtl. in einem Klacks Joghurt oder Quark verstecken…

Viele Barfer empfehlen einen Fastentag, das habe ich jedoch noch nie gemacht, da ich es nicht aushalten würde in traurige Labbiaugen zu schauen! Jedoch sollten zwei Tage die Woche fleischfrei sein.

Ernährungswissenschaftler empfehlen 2 % des Körpergewichts an Futter pro Tag zu füttern (bei einem erwachsenen Hund mit einer normalen Auslastung). Die Menge kann aber stark variieren. Meine Beiden Labbis wiegen ähnlich viel, Remy bekommt immer mehr als Ronja und ist trotzdem rank und schlank. Deshalb können sie mit einer Menge von 2-4 % rechnen und dann anhand der Beobachtung ihres Hundes die Menge anpassen.Von diesen 2-4 % sollten 75-90 % tierische Erzeugnisse (Fleisch, Knochen, Milchprodukte, Eier) und 10-25 % pflanzliche Lebensmittel (Gemüse, Obst) sein.

Öl ist für den Hund wegen der enthaltenen Omega-3-Fettsäure wichtig. Sie können Fischöl, Hanföl, Leinsamenöl, Olivenöl, Borretschöl, Distelöl, Maisöl und Sonnenblumenöl füttern. Wie in unserer Ernährung ist Abwechslung entscheidend. Viele Vitamine können erst durch Fett aufgeschlossen werden.

Beim Fleisch können sie füttern:

Blättermagen, Pansen, Euter, Lunge, Herz, Kehlkopf, Kronfleisch, Kopffleisch, Leber, Leftzen, Luftröhre, Schlund, Stichfleisch, Muskelfleisch, Milz, Niere, Flügel, Hälse, ganze Hühner und Enten

Knochen:

Brustbein, Beine (mit Huf), Sandknochen, Schulter, Schwanz, Köpfe

Gemüse:

Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Grünkohl, Gurken, Kartoffeln (gekocht), Keimlinge, Kohlrabi, Kürbisfleisch, Mangold, Möhren, Paprika (gelb + rot), Pasinake, Rote Beete, Rübe, Salate, Sellerie, Spinat, Topinambur, Wirsing, Zuccini

Gemüse sollten sie fein pürieren oder leicht dünsten, damit die Zellulose für den Hund verdaubar ist.

Kräuter:

Alfalfa, Borretsch, Brennessel, Brunnenkresse, Dill, Hagebutten, Löwenzahn, Petersilie

Obst:

Ananas, Äpfel, Apfelsinen, Aprikose, Banane, Beeren, Birnen, Feigen, Nektarinen, Kiwis, Kokos, Pflaumen

Milchprodukte:

Buttermilch, Joghurt, Quark, Dickmilch, Hüttenkäse, Frischkäse, Ziegenmilch

Falls sie unsicher sind können sie auch nochmal in dem Artikel Achtung giftig nachschauen.

Zum großen Streithema rohe Hühnerknochen: diese sind ungefährlich wenn die Knochen roh sind und nicht von sehr alten Hühnern stammen. Gekochte Hühnerknochen dagegen können sehr gefährlich werden, da sie scharfe Splitter bilden.

Ein Büchchen das ich zum Thema BARF empfehlen kann ist:


Es kostet gerade mal 5 € und ist wirklich sehr informativ!