Katze und Baby

Katze und BabyWenn sie schwanger sind oder werden möchten, sollten sie ein paar Tipps beherzigen, damit das Zusammenleben von Baby und Katze glücklich startet und entspannt bleibt.

Deshalb ist es wichtig, dass sie sich schon vor der Geburt einige Gedanken zu ihrem zukünftigen Leben machen.

Während der Schwangerschaft sollten sie sich überlegen, ob die Katze ins zukünftige Kinderzimmer darf. Wenn nicht, muss der Raum schon vor der Geburt des Kindes Tabu für die Katze sein, damit sie das Verbot nicht mit dem Baby verknüpft.

Generell sollten alle große Änderungen schon vor Ankunft des Babys eingeführt werden. Wenn das Baby da ist, gibt es noch genügend Chaos… Also rechtzeitig, dass heißt ab bekannt werden der Schwangerschaft Veränderungen vornehmen.

Ein negativ Beispiel aus meiner Tiersitterpraxis war eine Familie, die ihre Katzen als Kindersatz gehalten hat, diese Katzen waren sehr verwöhnt, durften alles und es wurde ihnen jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Als das Baby da war, flogen sie aus dem Schlafzimmer, durften nicht ins Kinderzimmer (vorher Büro und Lieblingsraum der Katzen) und es kümmerte sich keiner mehr um sie. Diese Katzen haben aus Protest überall hingeschietert. Am liebsten machten sie ihr Häufchen natürlich vor das Kinderzimmer. Deutlicher kann Protest nicht sein! Deshalb lieber rechtzeitig Gedanken machen…

Überlegen sie sich auch, wie sich ihr Tagesablauf ändern wird. Wenn sie z.B. immer abends um 19 Uhr mit ihrer Katze eine Spiel- und Schmusestunde eingelegt haben, versuchen sie diese Spielstunde zeitlich flexibler zu handhaben, denn evtl. will ihr Baby genau um 19 Uhr gestillt werden, oder das Fläschchen, oder pampt in die Windel, oder… Ändern sie lieber, wenn möglich, schon vor der Geburt den Ablauf.

Wenn ihre Katze sehr auf das Frauchen bezogen ist, kann es sinnvoll sein, die Fixierung etwas zu lockern. Da Frauchen am Anfang (z.B. nach der Geburt ein paar Tage im Krankenhaus ist, oder wenn sie stillt) mehr mit dem Baby beschäftigt ist, ist es schön, wenn die Katze den Partner als gleichwertige Anlaufstelle anerkennt. Der Partner kann z.B. während der Schwangerschaft mehr mit der Katze kuscheln, spielen oder sie füttern. Natürlich haben Katzen ihren eigenen Kopf und lassen sich nur bedingt “umpolen”. Aber einen Versuch ist es wert.

Sie können auch die Reaktion ihrer Katze prüfen, wenn sie sich den ganzen Tag mit einer Puppe beschäftigen oder ihr Babygeschrei vorspielen z.B. auf You tube. Auch ist es sinnvoll, den Tagesablauf ruhiger zu gestalten.

Richten sie früh das Kinderzimmer ein und stellen sie die Kindermöbel, wie Stubenwagen oder Wiege auf, damit sich ihre Katze in aller Ruhe daran gewöhnen kann. Auch der Kinderwagen kann schon einmal in den Flur einziehen. Wenn sie nicht möchten, dass ihre Katze es sich in der Wiege etc. bequem macht, verbieten sie dieses konsequent.

Während der Geburt sollte eine vertraute Person auf ihre Katze aufpassen. Organisieren sie ihre Betreuung frühzeitig. Rechnen sie immer damit, dass es auch früher als geplant losgehen kann und länger dauert als gedacht…

Herrchen kann eine gebrauchte Windel aus dem Krankenhaus mitbringen und die Katze mal schnuppern lassen. Auch ein Tuch, auf dem das Baby lag, kann auf den Lieblingsliegeplatz der Katze platziert werden.

Beim Heimkommen haben wir unseren Katzen das Baby mit Baldrianwurzeltee schmackhaft gemacht. Der Geruch löst bei Katzen großes Wohlgefallen aus. Sie wälzen sich in den Körnchen und manche fressen auch davon. Danach wird erstmal alles mit einer rosaroten Brille gesehen. Geben sie ihrer Katze, um ihr Verhalten zu testen, vor dem großen Tag schon einmal Baldrianwurzeltee (aus der Apotheke) zu fressen. Ist sie verrückt danach? Wunderbar, dann einfach streuen, wenn sie mit dem Baby Zuhause einlaufen.

In entspannter Atmosphäre darf ihre Katze natürlich dann auch an dem Neuzugang schnuppern.

Versuchen sie den Alltag ihrer Katze soweit es geht auch nach der Geburt bei zu behalten.

Unser einer Kater hatte am Anfang Probleme mit dem Babygeschrei, da er sehr sensibel ist und nicht wusste was passiert. Lassen sie eine Katze, die vor dem Babygeschrei flüchten möchte aus dem Zimmer. Mittlerweile verlässt bei uns kein Kater das kuschlige Sofa, wenn unser Kleiner schreit…

Wenn man das Zusammenleben von Katze und Baby gut plant und locker angeht, steht einer lebenslangen Freundschaft nichts im Wege. Auch kann man wunderbar beobachten, wie Katzen, die sehr sensibel sind und Fremden Menschen ein zu grobes Anfassen niemals verzeihen würden, beim menschlichen Familienzuwachs beide Augen zukneifen, wenn der zu fest zupackt und sogar dabei schnurren…

Ich wünsche ihnen ein entspanntes Zusammenleben mit Katze und Baby!

2 Kommentare

  1. Danke für die tollen Tipps, was man bei einer anstehenden Geburt hinsichtlich der Haustiererziehung alles so beachten muss! Da es bei mir in ein paar Monaten auch so weit ist, mache ich mir natürlich auch schon einige Gedanken wie das alles so vor, während und nach der Geburt ablaufen wird.
    Den Trick mit dem Baldrianwurzeltee werde ich auf jeden Fall ausprobieren, und auch die Katze mittels Puppe langsam an ein Baby gewöhnen. Was mir aber etwas Bauchschmerzen bereitet, sind mögliche Eifersüchteleien und daraus resultierende aggressive Handlungen seitens gegen das Baby. Muss ich mir Sorgen machen, dass meine Katze mein Kind verletzen könnte? Wie habt ihr das gehandhabt, durfte die Katze ins Kinderzimmer?

  2. Nicole Wid

    16. April 2014 at 17:18

    Liebe Claudia,
    wenn du dir jetzt ein paar Gedanken über euer Zusammenleben machst und Kinderwagen, Wiege und Co jetzt schon aufstellst, denke ich, dass es ganz gut klappen wird. Wir haben das Kinderzimmer ab Schwangerschaftsbeginn für die Kater geschlossen. Sie dürfen aber zum Wickeln mit ins Zimmer und bekommen ein Leckerchen, wenn wir wieder alle das Zimmer verlassen. Es gibt ein extra Kissen für die beiden Hunde und Kater im Kinderzimmer.
    Wichtig ist einfach, dass du alle Veränderungen jetzt durchführst, damit deine Katze dies nicht mit dem Baby in Verbindung bringt.
    Ich habe am Anfang meine Kater genau beobachtet, wie sie auf unseren Familienzuwachs reagieren. Es ist super schön zu beobachten, wie ein Baby von den Tieren aufgenommen wird!

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