Veröffentlicht in Kleine Hunde ganz groß

Kleine Hunde ganz groß, Teil 17: Der allertollste Laden der Welt

Hallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen! Nachdem wir jetzt schon so oft das Zookies erwähnt haben, müssen wir euch endlich auch erzählen, was das eigentlich ist. Eigentlich kann man das ganz kurz machen: Das Zookies ist der allertollste Laden der Welt.

Es beginnt schon, wenn hund durch die Tür geht. Sofort wird hund von Sabine, der Besitzerin des Ladens, oder einem der Mädels, die dort arbeiten, angesprungen. Meistens hört man zeitgleich ein quietschiges „Ja, da sind ja meine Mädels!“, und ehe hund sich versieht, kommt schon ein Keks ins Schnäuzchen geflogen. So ungefähr stelle ich persönlich mir das Paradies vor. Dann heißt es nur noch: „Leinen los!“ Im Zookies darf hund nämlich selbstverständlich hinter die Theke. Der Geheimtipp ist: Ganz arg wedeln und lieb und hungrig kucken! Das erhöht definitiv die Keksfrequenz. Vor allem für schüchterne Hunde ist das wirklich der Zeitpunkt, an dem hund aus sich herausgehen sollte. Es kommt aber auch vor, dass sich Sabine bei etwas zurückhaltenden „Zookiesneulingen“ auf den Boden wirft und alles macht, um ihnen die Schüchternheit zu nehmen. Gut, wir haben natürlich keinerlei Verständnis, wenn andere Hunde unsere Zookieskekse kriegen. Dann führen wir uns auch schon mal auf wie die Kampfhunde, aber so ist das nun mal im Leben. Auch Zookieskekse müssen geteilt werden.

Ihr fragt euch, was es mit den Keksen auf sich hat? Nun, sie sind einfach wahnsinnig lecker. Euren Menschen könnt ihr noch erzählen, dass sie vegetarisch sind, von einem Konditor oder von Sabine und ihrer Mama selbst gemacht sind und dass sie sogar von Menschen gegessen werden können, falls ihr sie teilt. Unser Mensch empfiehlt vor allem die Parmesanbrezen, aber die sind leider meistens schon aus, wenn wir mittags kommen. Das wird wohl einen Grund haben… Außerdem gibt es im Zookies noch allerhand anderes lustige und schicke Zeug. Da kann man besondere Halsbänder und Leinen kaufen und Spielsachen. Unser Apportiergeier kommt zum Beispiel von da, und auch das meiste andere Spielzeug, was wir so haben. Und für Katzen gibt es auch witzige und nützliche Sachen, und auch Dinge, die Menschen toll finden, Salz- und Pfefferstreuer und all so was. Gut, werden die meisten Menschen jetzt sagen, außer den Keksen kann man alles andere wohl auch irgendwo anders kaufen. Das stimmt, aber das Zookies hat eine Besonderheit: Alles, was Sabine hier verdient, spendet sie an den „tierisch guten Zweck“! Das ist doch der Wahnsinn, oder? Das ganze Geld geht dann an Tierschutzvereine, damit die sich um so arme Waisenhunde wie wir und andere Tiere kümmern können. Allein dafür lieben wir unsere Tante Sabine!

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weshalb wir die Sabine samt ihrem Laden so toll finden: die Fotoshootings. Ab und zu, so zweimal im Jahr, packt ihr Mann Jason den Fotoapparat aus, und dann geht’s los! Eine ganze Viertelstunde lang wird dann jeder Hund fotografiert, und ihr könnt euch sicher sein, dass die Sabine mit ihren Keksen sogar den stursten Dackel zum Supermodel macht! Wir beide haben das Posen selbstverständlich im Blut. Wer kann denn bitteschön traurig schauen, wenn eine quietschende und lachende Sabine durch den Raum hüpft mit pfundweise Zookieskeksen im Anschlag? Ich persönlich gebe immer mein Allerbestes, und meine Schwester Lilly ist auch nicht schlecht, auch wenn sie immer vergisst, die Öhrchen nach vorne zu klappen. Das einzige, was bei diesen Shootings stört, ist unser Mensch. Natürlich wollen wir immer beide bei Sabine sein (Welcher Hund möchte das bitte nicht?), aber wenn nur eine von uns fotografiert werden soll, hält unser Mensch eben die andere ein bisschen fest. So eine Gemeinheit! Von uns aus könnte sie gerne in der Zeit einkaufen gehen oder was Menschen so machen, aber nein, sie stört immer unser tolles Shooting. Am Ende ist sie dann immer unglaublich begeistert von den wunderbaren Fotos, und alle unsere Freunde bekommen welche geschenkt. Vor allem die Simona und ihre Mama im Tierheim in der Slowakei sind immer völlig gerührt und sagen, wir seien jetzt Prinzessinnen. Na klar, was denn auch sonst? Und wisst ihr, was das Beste ist? Auch das Geld vom Shooting wird gespendet! Letztes Mal hat auch unser Verein, der den Waisenhunden in der Slowakei hilft, etwas bekommen. Das ist doch toll!

Weil unsere Sabine sich aber nicht stillhalten kann und irgendwann bestimmt die ganze Tierwelt retten wird, tut sie aber noch ganz viele andere gute Dinge. Ihre ganzen Hunde sind immer solche Waisenhunde wie wir. Der neue kommt sogar auch aus unserem Tierheim in der Slowakei, so wie wir! Außerdem bastelt sie mit viel Unterstützung von Freunden momentan gerade an der weltersten „Zookies HuTa“, wo Hunde tagsüber sein können, wenn ihre Menschen weg sind. Unser Mensch sagt ja immer, sie würde uns nie irgendwohin geben, wo sie auch nur einen Funken schlechtes Gefühl hätte, aber die Zookies HuTa könnte sie sich sogar für uns vorstellen, wenn sie mal fertig ist. Na, wenn das kein Kompliment ist… In diesem Sinne, es ist viertel nach acht und ich muss unseren Menschen erinnern, dass jetzt das Abendessen serviert werden sollte. Schließlich kriegen wir einen Zookies-Keks als Nachspeise!

Ein nur ein kleines bisschen sabberndes Nuff an euch alle!

Lunka und Lilly

P.S.: Für all diejenigen, die nicht das Glück haben, in der Nähe vom Zookies zu wohnen: All die guten Sachen kann euer Mensch auch im Internet bestellen!

Autor:

Lunka und Lilly sind zwei kleine Mischlingshunde aus dem Tierheim Kezmarok am Fuße der Hohen Tatra in der nordöstlichen Slowakei. Sie kamen als einjährige Junghunde im Sommer 2008 nach Deutschland. Ihr Zustand war wie bei vielen Hunden aus dem Ausland nicht gut, obwohl es noch deutlich schlimmere Fälle gibt. Sie waren sehr mager und verängstigt. Gerade deshalb ist es immer wieder erstaunlich, wie sehr sich die beiden gemacht haben. Aus ihrem „ersten Leben“ weiß man nicht viel. Sie kamen wohl als Welpen noch an die Kette und fristeten so ihr erstes Lebensjahr. Als sie dann mit einem Jahr noch nicht furchteinflößend genug waren, wollte man sie wohl beseitigen. Genaues weiß man nicht, aber nachdem Plastiktüten und raschelnde Folien immer noch ein großes Problem sind, kann man sich wohl seinen Reim darauf machen. Allerdings werden Tüten, die möglicherweise Leckerlis enthalten, mittlerweile eher freudig begrüßt. Große Angst haben sie immer noch vor Männern mit Stöcken bzw. Angeln, vor sehr dominant auftretenden Menschen und Hunden sowie vor kleinen Kindern. Umso beachtlicher ist es, wie mutig sie schon geworden sind. Unseren kleinen Ausflug in die Welt der Schule haben sie sehr genossen; ebenso besuchen wir mittlerweile mit großer Begeisterung jeden zweiten Samstag ein Alten- und Pflegeheim für Demenzkranke. Es ist sehr anrührend zu beobachten, wie sehr sie auf die kranken Menschen eingehen. Interessanterweise lassen sie sich von diesen auch alles gefallen. Selbst wenn jemand etwas gröber ist, verzeihen sie das sofort und gehen auch sofort wieder zu demjenigen hin. Bei gesunden Menschen würden sie das nicht tun. Selbstverständlich gilt hier wie auch in allen anderen Bereichen, die wir uns nach und nach erobern: Sobald die beiden zeigen, dass sie sich unwohl fühlen, wird die möglicherweise stressbesetzte Situation unterbrochen. Auf diese Weise trauen sie sich nun immer mehr zu und so werden sie auch zu einem schönen Beispiel, was aus den ominösen „Tierschutzhunden aus dem Ausland“ alles werden kann. Das Tierheim Kezmarok ist in der sehr armen Region, in der es liegt, zumeist die einzige Chance für viele Hunde und Katzen. Selbstverständlich darf man sich dieses Asyl nicht vorstellen wie eines unserer deutschen Tierheime. Es gibt nicht auf dem ganzen Gelände Strom, und um eine Wasserleitung kämpfen wir seit Jahren. Seit letztem Sommer existiert immerhin ein Auslauf, denn bis dahin fristeten die Hunde den Großteil ihres Lebens im Zwinger. Es gibt keine nennenswerten Innenanlagen, d. h. wenn es im Winter bitterkalt wird (letzten Winter wochenlang um die -20 Grad!), wird das Überleben vor allem für kleinere und kurzhaarige Hunde schwierig. Die Katzen bewegen sich frei im Umland und kommen zum Füttern. Trotz dieser Zustände ist das Tierheim Kezmarok eine Lebensaufgabe für Idealisten, denn im Gegensatz zu den bekannten staatlichen Tierheimen wird dort immerhin kein Tier getötet, und die dortigen Mitarbeiter kümmern sich mit größtmöglicher Liebe und Zuwendung um die Tiere. Im Sommer 2011 wurde das Tierheim vom nahe gelegenen Gebirgsbach überschwemmt und zum großen Teil zerstört. Nur durch die beeindruckende Hilfe der dortigen Bevölkerung und den spontanen Einsatz deutscher Tierschutzvereine und durch viele Spenden aus Deutschland konnte es wieder aufgebaut werden. Die Tierhilfe Hohe Tatra Kezmarok e.V. ist ein sehr junger Verein, der sich der Unterstützung des Tierheims in Kezmarok verschrieben hat. Neben der Vermittlung von Hunden und Katzen ist ein Hauptziel, das Tierheim durch Spenden und tatkräftige Hilfe zu unterstützen. So wurde der Verein zu einer wichtigen Stütze für Tier und Mensch.

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