Hallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen! Heute erzähle ich euch vom schlimmsten Tag der Woche: dem Waschtag. (Jaul!) Ihr kennt das bestimmt auch: Manchmal kommen unsere Menschen völlig unverständlicherweise auf die Idee, alles sei schmutzig und müsse gewaschen werden. Bei manchen passiert das scheinbar häufiger als bei anderen, aber bei uns ist das immer der Samstag. Ich habe schon mitbekommen, wie andere Menschen geschimpft haben, das sei doch viel zu häufig, und sie machen das einmal im Monat oder so. Aber unser Mensch erzählt dann immer irgendwas von „Giardien“ und „Hausstaubmilben“ und „Allergie“, und darauf sind die anderen Menschen meistens still.

Die Vorboten des Horrors sind Wäscheberge im Schlafzimmer. Das ist immer erst die Menschenwäsche, die aus irgendeinem Grund nach hellen und dunklen Farben sortiert ist. Anfangs haben wir immer heimlich einen Socken oder zwei gestohlen, aber das wurde uns schnell langweilig. Was macht man auch mit denen… Also wandern die Wäscheberge in die Waschmaschine und auf die Wäscheleine, und ich bekomme schon hektische Flecken. In dem Moment gibt’s nur eins: Hund muss möglichst schnell auf sein Bettchen flitzen und alles dafür tun, dass es uns nicht unter dem Popo weggezogen wird. Unsere Schlafzimmerbettchen sind so ganz flauschige Menschenkopfkissen, die auch einen Menschenkopfkissenbezug haben, der separat gewaschen werden muss. Meine Schwester Lilly war wirklich irgendwann mal so konsequent, dass sie nicht von ihrem Kissenbezug runter wollte. Das Ende war dann, dass sie in ihrem Bezug durch die Wohnung watschelte und nicht mehr rausfand. Unser Mensch musste ganz furchtbar lachen, befreite sie aber schließlich doch ganz schnell. Ich fand’s lustig!

Dann beginnt aber das Drama: Unsere Bettchen sind weg! Und wenn wir Pech haben, folgen Lillys Kuschelhöhle und unsere supergemütlichen Bettchen im Flur hinterher, und an ganz schwarzen Tagen auch noch die Kissen unterm Schreibtisch. Das ist nicht lustig! Natürlich sind alle Bettchen nach dem Waschen nass, und wenn nicht gerade Hochsommer ist oder Winter, wenn die Heizungen an sind, dauert das schon eine gewisse Zeit, bis die wieder trocken sind. Auf dem Trockenen sitzen wir dann quasi auch mitten auf dem blanken Parkett, aber Obacht! Das war bei weitem noch nicht alles! Es empfiehlt sich, sich beizeiten unters Bett zu verziehen, denn jetzt kommt die Krönung: Manchmal beschließt unser Mensch sogar noch, dass wir beide auch gewaschen werden müssen, denn wir hätten ein übles Stinki aufgetrieben oder uns wieder einmal etwas zu sehr im Schlamm vergnügt oder Ähnliches. Lüge! Das würden wir doch nie tun! Außer vielleicht wenn der Schlamm so furchtbar verführerisch matscht oder wenn unser Stinktier (Wirklich, ein echtes Stinktier!) im Garten etwas hinterlassen hat oder wenn gerade etwas so wahnsinnig toll riecht, dass hund einfach nicht widerstehen kann… Naja, alles Interpretationssache. Zugegeben, einmal haben wir einen halbverwesten Fisch aufgetrieben, und der roch irgendwann so widerlich, dass wir, als wir endlich daheim waren, wirklich gebadet werden wollten. Fischparfüm ist seitdem raus. Also, wenn’s blöd läuft, müssen wir auch in die Wanne. Unsere Wanne ist zwar eine Dusche, aber ihr kennt ja alle das Prinzip. Wir haben recht schnell gelernt, dass man sich da am besten stillhält und wartet, bis es vorbei ist. Das geht in aller Regel auch recht flott. Unser Mensch macht am Ende die Duschtür zu, und auf das Kommando „Schüttelschüttel!“ passiert dann genau das. Wir schütteln uns, dass die Tropfen fliegen! Danach werden wir herausgehoben und schütteln uns noch quer durch die ganze Wohnung. Wenn es kalt ist, werden wir noch geföhnt. Das ist toll! Wenn es nicht kalt ist, dürfen wir uns in das künstliche Schaffell auf der Couch kuscheln. Das ist auch sehr kuschlig. Und im Sommer ist so ein Bad eigentlich richtig angenehm, denn wir haben ja schwarze Haare und es wird uns so schnell so furchtbar heiß. Nach dem Baden sind wir immer ganz flauschig, und wenn wir noch gebürstet werden, fühlen wir uns richtig hübsch. Beim Abendgassi flanieren wir dann natürlich mehr, als wir laufen.

Oha, vielleicht ist der Waschtag doch nicht so schlimm? Wenn am nächsten Tag unsere Bettchen endlich sauber und frisch aufgeschüttelt zurückkommen, tapse ich immer ganz vorsichtig hinein und lasse mich am Ende so richtig hineinplumpsen. Es gibt auf der ganzen Welt kaum ein schöneres Gefühl! Und während unsere Bettchen trocknen, gibt es für unseren Menschen selbstverständlich keinerlei Grund, uns nicht in ihr Bett zu lassen, und es wird so richtig gekuschelt. Na gut, überredet. Wenn der Wäscheberghorror und der Bettuntermpopowegziehterror rum sind, könnte man den Waschtag sogar akzeptieren. In diesem Sinne: Ich muss mich ganz schwer machen, denn ich habe ein Bettchen zu verteidigen!

Ein bernhardinerschweres Nuff an euch alle!

Lunka und Lilly