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Nach dem Welpeneinzug

Als frischgebackener Welpenbesitzer hat man, vor allem in den ersten Wochen, alle Hände voll zu tun. Dabei gibt es nur wenige Dinge, auf die man sich in den ersten Wochen wirklich konzentrieren sollte.

An erster Stelle steht hier die Sozialisation des Welpen. Dazu gehört, neben der guten Welpenspielstunde einer Hundeschule, das Gewöhnen des Welpen an viele unterschiedliche Alltagssituationen. So sollte der Welpe belebte Plätze und stark befahrene Straßen kennen lernen, aber auch viele andere Tiere und Menschen unterschiedlichster Altersgruppen. Man sollte nicht nur das Autofahren mit dem neuen Familienmitglied üben, sondern auch mal die Bahn oder den Bus nehmen, damit der Welpe diese Situationen später als erwachsener Hund als normal empfindet.

Diese Ausflüge sollte man relativ bald nach dem Einzug unternehmen, eine Woche „Schonfrist“ reicht in der Regel aus, bis sich der Hund weitestgehend an sein neues Zuhause gewöhnt hat. Neben den Ausflügen sollte man vor allem an der Stubenreinheit arbeiten. Hier heißt die goldene Regel: Nach dem Schlafen, Fressen und Spielen muss der Welpe sofort raus, ansonsten mindestens alle 2 Stunden in der Anfangszeit (auch nachts). Je weniger Malheure in der Wohnung passieren, desto schneller ist das Hundekind stubenrein. Schimpfen oder gar Strafen bringen allerdings nichts, wenn es doch mal nicht schnell genug nach draußen ging. Stattdessen sollte man den Welpen so überschwänglich wie möglich loben, wenn er draußen sein Geschäft verrichtet!

Auch das Alleinsein sollte nach ca. einer Woche begonnen werden zu üben. Dazu sollte man am Anfang mehrere Male täglich sekundenweise den Raum verlassen, bis der Welpe dabei ruhig liegen bleibt und die Situation als normal empfindet. Erst dann sollte man, in sehr kleinen Schritten den Zeitabstand bis man den Raum wieder betritt steigern. Klappt das gut, kann man beginnen, die Zimmertür kurz hinter sich zu schließen. Wichtig ist, dass das Hundekind von Beginn an lernt, dass seine Menschen wieder kommen, und es völlig normal ist, dass sie zeitweise nicht bei ihm sind. Dazu gehört viel Fingerspitzengefühl und eine gehörige Portion Geduld und Zeit, die man vor allem bei der Urlaubsplanung im Vorfeld berücksichtigen sollte. Dabei gilt: Bis der Hund mehrere Stunden am Stück alleine bleiben kann dauert es meist viele Monate, und man sollte einplanen, dass evtl. ein Tiersitter oder ähnliches benötigt wird, falls der Hund anfangs nicht alleine bleiben kann.

Auch für Spaziergänge mit Welpen und Junghunden gibt es eine wichtige Regel: pro Lebensmonat maximal 5 Minuten am Stück laufen! Das heißt, ein dreimonatiger Hund sollte höchstens 15 Minuten, ein 6 Monate alter Hund höchstens 30 Minuten am Stück laufen. Zum Spazieren gehen sollte möglichst ein gut sitzendes Geschirr verwendet werden, das gilt insbesondere bei impulsiven Welpen bzw. beim Gebrauch der Schleppleine. Treppen, Ballspiele (und andere mit plötzlichen Stopps) oder gar Joggen/am Fahrrad laufen sind für Welpen absolut tabu. Auch Sportarten wie Agility, Frisbee oder ähnliches sollten frühestens mit einem Jahr begonnen werden, da es sonst zu Knochen- und Gelenksschäden kommen kann. Bis zu diesem Alter sollten die Hunde zudem unbedingt schlank sein, da es sonst zu ähnlichen Folgen kommen kann.

Ab der 17.-20. Woche wechselt der Welpe in der Hundeschule gewöhnlich erst in den Junghundekurs. Man sollte bis zu diesem Alter auch keine zu hohen Ansprüche bezüglich der Kommandos stellen, die der Hund können soll. Gerade bei sehr aufgedrehten und intelligenten Hunden ist dabei am wichtigsten, dass die Hunde das Ruhehalten lernen, also dass im Haus nicht gespielt oder getobt wird, sondern hier die Ruhephasen im Vordergrund stehen. Daneben sollte man sich auf die Kommandos: „Komm“, „Nein“ und „Aus“ konzentrieren. Alle anderen Kommandos lernt der Hund auch später noch spielend leicht, aber diese Grundkommandos sollten unbedingt gefestigt sein und zu 100 % sicher funktionieren.

Autor:

Mein Name ist Janine Mende und ich komme gebürtig aus Brandenburg an der Havel. Nachdem ich in Jena mein Abitur absolviert und in Konstanz eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten abgeschlossen habe, konnte ich sowohl in Tierarztpraxen als auch im Tierheim einige Erfahrungen sammeln. Mittlerweile bin ich 27 Jahre alt und wohne wieder in der Nähe von Brandenburg an der Havel. Nach meinem erfolgreichen Bachelorabschluss in Deutsch, Englisch und Erziehungswissenschaften, arbeite ich momentan auf einen Masterabschluss in diesen Fächern hin, um anschließend als Lehrerin in der Sekundarstufe 1 zu arbeiten. Ich habe bereits mehreren Hunden ein Zuhause gegeben und auch beruflich vor allem mit schwierigen Hunden zu tun gehabt. Meine Hündin Amina ist mein absoluter Seelenhund. Sie hat eine sehr enge Bindung zu mir und möchte am liebsten immer bei mir sein. Sie ist in der Wohnung fast nicht zu merken und schläft den Großteil des Tages. Draußen hingegen ist sie ein echter Wirbelwind und rennt und tobt für ihr Leben gern. Außerdem ist sie zweifels ohne ein Workaholic. Sie möchte mir grundsätzlich immer gefallen und arbeitet so konzentriert und emsig, dass es eine wahre Freude ist, sie sportlich zu führen. Als ich begann mit Amina zu arbeiten, bemerkte ich schnell, was der Begriff "will to please" eigentlich bedeutet, denn ich kenne nur wenig Hunde, deren Hauptanliegen es ist, ihrem Menschen zu gefallen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, einen Hund führen zu dürfen, der riesige Freude an der Zusammenarbeit mit dem Menschen hat. Wer mehr über mich und meine Hündin Amina erfahren will, findet uns unter: http://www.nannis-dogs.de.tl. Im Moment schreibe ich gerade mit der Organisatorin von www.der-tierblog.de Nicole Wid ein Buch über das erste Hundejahr.

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