Lilly und LunkaHallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen!

Vor ein paar Folgen haben wir euch ja erzählt, dass wir diesen Sommer noch zu Stars auf der Bühne werden. Das haben wir jetzt geschafft. Die Aufführungswoche ist gerade zu Ende gegangen, und wir sind fast ein wenig stolz. Aber eins können wir euch sagen: So ein Bühnenleben ist kein Streichwurstschlecken! Wenn ihr also auch eine Schauspielkarriere anstrebt, müsst ihr euch auf einiges gefasst machen!

Erstmal müsst ihr brav zu jeder Probe erscheinen, und nicht nur das, ihr dürft auch die ganzen Kinder nicht ablenken, weil die ja auch proben müssen. Das ist gar nicht so leicht, denn da sind so furchtbar viele Finger und Zehen, die abgeschleckt werden wollen, und im Gegensatz zum normalen Unterricht bewegen die sich auch noch permanent! Also, die Kinder mitsamt Fingern und Zehen, meine ich. Selbstbeherrschung ist also angesagt. Und dann noch diese ganzen Aufwärmübungen! Meine Schwester Lilly hatte ihre liebe Not, denn die Kinder gehen da ja nicht nur ganz normal durch die Gegend, nein, die hüpfen und kriechen und machen allerhand andere lustige Dinge, und meine Schwester meint immer, sie muss die Kinder zusammenhalten. Das war wirklich schwierig.

Aber es wird nicht leichter, nein nein, es wird noch schwerer! Als nächstes muss hund nämlich Text lernen. Oh ja, ihr habt richtig gelesen, wir hatten ja auch eine Rolle. Wir mussten nämlich Hänsel und Gretel spielen, die von einer eigentlich guten, aber irgendwie doch bösen Fee in Hunde verwandelt wurden. Wenn ihr jetzt verwirrt seid, keine Sorge, wir haben es auch nicht so ganz verstanden. Das Wichtigste war nur, dass wir ganz Lilly und Lunkahundeseelenalleine auf die Bühne laufen und in Rotkäppchens Korb herumsuchen sollten, damit Rotkäppchen uns dann wieder verscheuchen konnte. Natürlich nicht in echt, es war ja alles geschauspielert. Ich habe das selbstverständlich sofort verstanden. Wenn irgendwo der Korb stand, sollten wir hinlaufen und die Kekse suchen. Klarer Fall. Und wenn dann Rotkäppchen ankam, sollten wir ganz unschuldig kucken. Kann ich. Nur meine Schwester, die war, wie soll ich es ausdrücken, etwas übereifrig. Sie wollte immer ihre Nase zuerst in den Korb stecken, um die meisten Kekse zu ergattern, und am Ende steckte dann der halbe Hund im Korb. Manchmal kugelte sie dann mitsamt dem Korb durch die Gegend und erschrak dann natürlich furchtbar. Ich glaube ja, sie wollte nur im Mittelpunkt stehen. Es sah aber auf alle Fällt recht witzig aus.

Bei der ersten Aufführung funktionierte jedoch alles perfekt. Wir liefen wie die Profis zum Korb und schauten ganz unschuldig. Dann ließen wir uns in Kürbisse verwandeln und schon war unser großer Auftritt vorbei. Bei der zweiten Aufführung konnte ich den Korb nicht ganz finden und stand auf einmal in Cinderellas Schloss, aber Rotkäppchen fand mich trotzdem und alles war gut. Am Ende bekamen wir ganz viele Hundekekse, die Kinder bekamen Kinderkekse und unser Mensch bekam Blumen. Da bin ich doch deutlich lieber ein Hund! Die Blumen schmecken nämlich gar nicht. Ich hab sie probiert. Ein Schauspielhund zu sein ist wirklich nichts für schwache Nerven, aber es macht ganz echt wirklich viel Spaß!

Ein oscarreifes Nuff an euch alle!

Lunka und Lilly