Veröffentlicht in Kleine Hunde ganz groß

Kleine Hunde ganz groß, Teil 24: Kaninchenfitness

Hallo, liebe Hundekumpels und Hundemenschen! Jetzt ist es echt schon sehr lange kalt undKaninchenfitness ungemütlich draußen, und der ganze schöne weiße Schnee ist auch weg, sodass das alles einfach nur doof ist. Die Menschen haben schlechte Laune, meine Schwester Lunka sowieso, und die Kaninchen sind nur noch am Fetzen, weil sie endlich raus wollen. Deswegen hat sich unser Mensch ein Programm überlegt, wie wir die beiden gemeinsam etwas bespaßen können. Natürlich helfen wir mit, allein schon aus persönlichem Ehrgeiz und weil wir ja keine dicken, gelangweilten Kaninchen haben wollen, denn im Zweifelsfall fangen die im Morgengrauen an, sich zu kloppen, was einen Höllenlärm macht. Ich glaube, das will keiner, also verraten wir euch unsere Tricks.

Erstmal geht es ums Kaninchenessen. Also, nicht dass wir die essen, igitt. Es geht darum, was die zu essen kriegen und wie. Das ist nämlich sehr spannend. Gut, natürlich bekommen die auch ihr KaninchenfitnessHeu, das müssen die ja haben. Aber zum Beispiel dieses bunte Zeug, was in die Schüssel kommt, gibt es bei uns nicht mehr. In die Schüssel kommt höchstens Futter, was eigentlich auch Heu ist, aber etwas anders aussieht. Echt, Kaninchen sind ziemlich doof. Die finden dieses Zeug nämlich superlecker. Wie praktisch. Manchmal kriegen unsere aber auch so lustigen Kleinkram, zum Beispiel von J. R. Farm. Das kommt dann aber in Futterbälle, die es witzigerweise auch für Kaninchen gibt. Glücklicherweise ist unser Mensch nicht auf die Idee gekommen, sie könnte unsere Futterbälle an die Kaninchen verleihen. Das wäre ja noch schöner! Außerdem sind die viel zu weich. Also haben die eigene und sie haben echt schnell recht interessante Techniken entwickelt. Das Stupsen mit der Nase ist ja klar, aber wenn sie ungeduldig werden, packen die wirklich die Bälle und schmeißen die in die Höhe, bis die Leckereien runterregnen. Schon spektakulär! Eine Alternative ist, dass sie die Bälle mit den Vorderpfoten durch die Landschaft schussern wie Katzen. Das haben sie allerdings meiner Schwester geklaut, die macht das auch gern so. Unser Mensch behauptet, die Kaninchen hätten das mit den Futterbällen schneller gecheckt als ich, was natürlich nur eine gemeine Unterstellung sein kann. Ich wollte eben lieber mit meinem Menschen gemeinsam spielen, wenn sich schon einmal die Chance ergibt.

Eine andere Alternative für Kaninchensport in Kombination mit Essen ist, das Essen höherzuhängen. Das geht ganz leicht mit dem Dach vom Käfig, dann müssen die sich schon ganz schön strecken. Unser Mensch nimmt dafür oft Gemüse oder so. Mit dem Gemüse kann euer Mensch aber auch mithilfe einer starken Schnur Kaninchenessenketten bastelnKaninchenfitness, die dann in einer gewissen Höhe aufgehängt werden. Das ist vielleicht lustig anzuschauen! Damit den Kaninchen nicht so fad ist, kriegen die auch ab und zu frische Obstbaumäste. Das geht momentan ganz gut, weil ja alle möglichen Menschen gerade ihre Bäume zuschneiden. Die werden von den kleinen Nagerzähnchen dann ganz schön zerschreddert und die haben echt Spaß dabei. Angeblich soll es auch Hunde geben, die so etwas gern machen, aber mir persönlich erschließt sich das nicht. Meine Schwester hat vor kurzem einem Nachbarshund auf so ein heiß geliebtes Stöckchen draufgepieselt. Also, nicht dass sie sich wirklich dafür interessiert hätte. Sie wollte, glaub ich, einfach nur fies sein. Und dann kuckt sie wieder so süß, dass die Menschen nicht schimpfen. Klar. Entschuldigt, ich schweife ab.

Wichtig ist aber vor allem auch, dass sich die Kaninchen bewegen können. Bei uns ist am Käfig ein Auslauf dran, aber natürlich nutzen die ihn zu wenig. Am liebsten liegen sie auf dem Parkettboden rum und sind faul. Ich sehe es als meine persönliche Pflicht als Rudelaufpasser an, dass ich den beiden ein wenig Beine mache. Schließlich sollen sie nicht einrosten. Also schleiche ich mich zum Käfig, wenn unser Mensch nicht schaut, und versuche die beiden etwas aufzuwecken. Das ist wirklich Schwerstarbeit. Ich winsle und hüpfe vor dem Auslauf herum, aber die Faultiere rühren sich nicht. Irgendwann erwische ich aber meistens einen durchs Gitter und schlecke einmal über so eine Kaninchennase oder über ein Ohr, und dann sind sie meistens so entsetzt, dass sie in ihren Käfig hoppeln. Gut, die da wieder rauszukriegen ist dann wieder eine neue Aufgabe, aber immerhin. Weil das aber zu wenig Bewegung ist, dürfen die Kleinen ab und an in der Wohnung herumhoppeln. Das tun sie auch eifrig, aber unser Mensch hat immer gehörig damit zu tun, die Wohnung nagersicher zu machen. Denn da sind Stromkabel, die verbarrikadiert werden müssen, und auch hinter der Waschmaschine und unter der Couch haben die nichts zu suchen, denn die knabbern die doch tatsächlich von unten an! Also mussten wir auch dafür eine Kaninchenbarriere bauen, und jetzt geht’s wieder besser mit der Hoppelei. Und dann wird es hoffentlich bald Sommer, sodass die endlich wieder im Gras hoppeln dürfen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Ein Hoppelheimernuff an euch alle!

Lilly und Lunka

 

Autor:

Lunka und Lilly sind zwei kleine Mischlingshunde aus dem Tierheim Kezmarok am Fuße der Hohen Tatra in der nordöstlichen Slowakei. Sie kamen als einjährige Junghunde im Sommer 2008 nach Deutschland. Ihr Zustand war wie bei vielen Hunden aus dem Ausland nicht gut, obwohl es noch deutlich schlimmere Fälle gibt. Sie waren sehr mager und verängstigt. Gerade deshalb ist es immer wieder erstaunlich, wie sehr sich die beiden gemacht haben. Aus ihrem „ersten Leben“ weiß man nicht viel. Sie kamen wohl als Welpen noch an die Kette und fristeten so ihr erstes Lebensjahr. Als sie dann mit einem Jahr noch nicht furchteinflößend genug waren, wollte man sie wohl beseitigen. Genaues weiß man nicht, aber nachdem Plastiktüten und raschelnde Folien immer noch ein großes Problem sind, kann man sich wohl seinen Reim darauf machen. Allerdings werden Tüten, die möglicherweise Leckerlis enthalten, mittlerweile eher freudig begrüßt. Große Angst haben sie immer noch vor Männern mit Stöcken bzw. Angeln, vor sehr dominant auftretenden Menschen und Hunden sowie vor kleinen Kindern. Umso beachtlicher ist es, wie mutig sie schon geworden sind. Unseren kleinen Ausflug in die Welt der Schule haben sie sehr genossen; ebenso besuchen wir mittlerweile mit großer Begeisterung jeden zweiten Samstag ein Alten- und Pflegeheim für Demenzkranke. Es ist sehr anrührend zu beobachten, wie sehr sie auf die kranken Menschen eingehen. Interessanterweise lassen sie sich von diesen auch alles gefallen. Selbst wenn jemand etwas gröber ist, verzeihen sie das sofort und gehen auch sofort wieder zu demjenigen hin. Bei gesunden Menschen würden sie das nicht tun. Selbstverständlich gilt hier wie auch in allen anderen Bereichen, die wir uns nach und nach erobern: Sobald die beiden zeigen, dass sie sich unwohl fühlen, wird die möglicherweise stressbesetzte Situation unterbrochen. Auf diese Weise trauen sie sich nun immer mehr zu und so werden sie auch zu einem schönen Beispiel, was aus den ominösen „Tierschutzhunden aus dem Ausland“ alles werden kann. Das Tierheim Kezmarok ist in der sehr armen Region, in der es liegt, zumeist die einzige Chance für viele Hunde und Katzen. Selbstverständlich darf man sich dieses Asyl nicht vorstellen wie eines unserer deutschen Tierheime. Es gibt nicht auf dem ganzen Gelände Strom, und um eine Wasserleitung kämpfen wir seit Jahren. Seit letztem Sommer existiert immerhin ein Auslauf, denn bis dahin fristeten die Hunde den Großteil ihres Lebens im Zwinger. Es gibt keine nennenswerten Innenanlagen, d. h. wenn es im Winter bitterkalt wird (letzten Winter wochenlang um die -20 Grad!), wird das Überleben vor allem für kleinere und kurzhaarige Hunde schwierig. Die Katzen bewegen sich frei im Umland und kommen zum Füttern. Trotz dieser Zustände ist das Tierheim Kezmarok eine Lebensaufgabe für Idealisten, denn im Gegensatz zu den bekannten staatlichen Tierheimen wird dort immerhin kein Tier getötet, und die dortigen Mitarbeiter kümmern sich mit größtmöglicher Liebe und Zuwendung um die Tiere. Im Sommer 2011 wurde das Tierheim vom nahe gelegenen Gebirgsbach überschwemmt und zum großen Teil zerstört. Nur durch die beeindruckende Hilfe der dortigen Bevölkerung und den spontanen Einsatz deutscher Tierschutzvereine und durch viele Spenden aus Deutschland konnte es wieder aufgebaut werden. Die Tierhilfe Hohe Tatra Kezmarok e.V. ist ein sehr junger Verein, der sich der Unterstützung des Tierheims in Kezmarok verschrieben hat. Neben der Vermittlung von Hunden und Katzen ist ein Hauptziel, das Tierheim durch Spenden und tatkräftige Hilfe zu unterstützen. So wurde der Verein zu einer wichtigen Stütze für Tier und Mensch.

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